In Mimimi-Montag

„Der Urlaub stresst mich so unglaublich!“

Einen wunderschönen Start in die Woche wünsche ich euch, meine Lieben! Na, beschert der Wetterumschwung euch auch so wunderbare Laune? Ich persönlich wurde in der letzten Woche von ungewohnten Glücksgefühlen in Kombination mit unermüdlicher Sportmotivation (ja, ich habe das gerade tatsächlich geschrieben!) heimgesucht. Langsam verstehe ich, warum sich im Frühling immer alle verlieben. Für alle, die gerade niemanden zum Verlieben haben, gibt es zum Glück den Mimimi-Montag. Herzlich willkommen zu unserem Hassformat, das wir alle lieben!

 

„Du musst dich doch nicht rechtfertigen!“

Der erste Hasspunkt am heutigen Tag geht auf das Konto meiner lieben Mama. Sie hat mich heute dazu inspiriert, als wir zusammen am Bahnsteig standen und über doofe Menschen lästerten. Es gibt solche Sätze, die einfach Aggressionen in einem hervorrufen. Neben „Steiger dich da nicht so rein“ ist es unter anderem „Du musst dich doch nicht rechtfertigen!“

Es gibt diese Menschen, die diesen Satz sofort raushauen, sobald man etwas erklären möchte, oft begleitet von einem mitleidigen Lächeln. In den meisten Fällen hatte man nicht mal die Absicht, sich zu rechtfertigen, und trotzdem kommt man sich sofort blöd vor.

Beispiel für eine solche Konversation: „Kannst du mich heute nach der Arbeit mit dem Auto mitnehmen?“ – „Nein, tut mir leid, heute kann ich leider wirklich nicht…“ – „Du musst dich doch nicht rechtfertigen!“

Newsflash, Christine, ich wollte mich gar nicht rechtfertigen! Und ich wette, wenn ich einfach nur „Nein“ gesagt hätte, hätte ich zu hören bekommen, dass ich ganz schön unfreundlich bin. Aber nun muss ich mich wahrscheinlich noch dafür rechtfertigen, dass ich mich gar nicht rechtfertigen wollte. Du siehst, es führt zu nichts. Spar dir deine abgedroschenen Phrasen für eine eventuelle Karriere in der Politik auf.

Menschen, die sich in Restaurants nicht benehmen können

Sobald man in einem Restaurant sitzt, stellt man schnell fest, dass die schwierigsten deutschen Wörter gar nicht Desoxyribonukleinsäure und Donaudampfschifffahrtskommando sind, sondern Hallo, Bitte und Danke. Sobald ein Kellner kommt, scheinen manche Menschen sich für etwas Besseres zu halten – was in den meisten Fällen schlicht und einfach nicht stimmt. Besonders peinlich ist es, wenn diese Menschen mit einem am Tisch sitzen.

„Hallo, was kann ich euch bringen?“ – „Einen Cappuccino.“

Lieber Patrick, ist es wirklich zu viel verlangt, ein Mindestmaß an Freundlichkeit an den Tag zu legen? Man sollte stets bedenken, dass der Kellner einem rein theoretisch gesehen in den Kaffee spucken könnte.

Aber selbst, wenn man diese Möglichkeit außen vorlässt, ist Freundlichkeit gegenüber Gastro-Mitarbeitern nie verkehrt. Als ich damals in einer Eisdiele gejobbt hab, habe ich beispielsweise die Kugelgrößen an die Freundlichkeit der Kunden angepasst. Nur so als kleiner Denkanstoß.

Kloschweine

Ach, mein lieber Railjet, schon wieder musst du für den Mimimi-Montag herhalten. So ziemlich jedes Mal, wenn ich mal wieder mit dem Zug fahre, fange ich unwillkürlich an, über den Ursprung menschlichen Lebens zu philosophieren. Sobald man nämlich einmal auf einer Zugtoilette war, fragt man sich ernsthaft, ob der Mensch tatsächlich vom Affen oder nicht eher vom Schwein abstammt.

Gut, im Zug verliert man schon mal die Balance, wenn es ständig so ruckelt. Aber ich verstehe nicht, warum es so schwer ist, ein Klo halbwegs sauber zu hinterlassen. Zumindest so, dass der nächste nicht das Bedürfnis hat, danach in Desinfektionsmittel zu baden.

„Ich fliege auf Urlaub und das stresst mich soooo!“

Jeder kennt sie, jeder hasst sie: Diese Freunde, die offenbar ständig auf Urlaub sind und sich ebenso häufig darüber beschweren.

„Ja, weißt du, ich fliege ja morgen auf die Malediven und das passt mir eigentlich echt so gar nicht rein, ich hätte ja so viel noch zu tun und da würde ich lieber in Österreich bleiben, aber was muss, das muss. Der Urlaub stresst mich echt total!“

Laura, heul leise! Was genau läuft eigentlich falsch bei dir? Du fliegst auf die Malediven und beklagst dich, als müsstest du deine nervige Tante Gertrud zum Seniorenbingo begleiten. Ich verstehe es nicht!

Ebenso wie diese Leute, die eine Woche vor dem Urlaub anfangen rumzustressen, weil sie noch packen müssen. Was ist so schwer daran, sich einfach eine Stunde vor Abfahrt einen Koffer zu schnappen und ein paar Sachen rein zu schmeißen? Sollte Urlaub nicht dazu dienen, mal abzuschalten? Newsflash, das kann man auch, wenn man nicht für jeden Tag zusammenpassende Unterwäsche eingepackt hat.

So, ich könnte mich jetzt noch ein bisschen darüber aufregen, dass Kaffee in Wien teurer ist als eine Tankladung oder dass Jared Leto mir immer noch keinen Heiratsantrag gemacht hat, aber seiner grässlichen Jesusfrisur dafür treu ergeben ist. Da ich damit allerdings ganze Bücher füllen könnte, will ich es für heute dabei belassen. Danke für die Aufmerksamkeit! Wir lesen uns nächste Woche!

Eure Julie,

Die mit dem roten Lippenstift

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5 Comments

  1. Nicci Trallafitti
    2 Monaten ago

    Liebe Julie,
    auch hier kann ich dir, wie so oft, zustimmen 🙂
    Ich finde es auch krass, wie unfreundlich Menschen manchen Berufsgruppen gegenübertreten.
    Ich arbeite in einer Psychiatrie und dort gehen manche so doof mit den Reinigungskräften um.
    Bei uns bekommt sie Kaffee, wenn sie möchte, und zu Weihnachten jedes Jahr einen Gutschein zum Bummeln. Why not? Sie gehört ja auch zum Team und macht eine harte und sehr wichtige Arbeit.
    Die Kids kriegen richtig Ärger, wenn sie mal unfreundlich zu ihr sind.
    Und auch ich habe mal gekellnert und versuche dementsprechend immer freundlich zu sein, insofern der Kellner nicht beknackt ist 😀

    Liebe Grüße,
    Nicci

    Reply
    1. Julie
      2 Monaten ago

      Danke liebe Nicci 🙂
      Gerade bei Reinigungskräften finde ich das auch unmöglich. Ich meine, deren Job würde niemand machen wollen, sollen die Leute doch froh sein, dass es jemanden gibt, der die Arbeit macht! Gut, dass ihr mit gutem Beispiel vorangeht und sie so behandelt, wie sie es verdient!
      Ja, deppate Kellner gibt’s natürlich auch, das stimmt 😀

      Liebe Grüße,
      Julie

      Reply
      1. Nicci Trallafitti
        2 Monaten ago

        Eben! Und letztendlich machen die eine harte und vor allem sehr wichtige Arbeit. Man merkt direkt wenn unsere nicht da ist.

        Reply
  2. Sandra
    2 Monaten ago

    Hahaha ? dieser echt unterhaltsame Mimimi-Montag von dir erheitert mich jede Woche wieder aufs Neue – Danke!
    Und er führt mir auch vor Augen wie viel, gut und gerne ich doch lästern kann.
    Was ist nur mit Jared los? Ich warte auch noch auf seinen Anruf… pfff echt – Männer ?! btw dieses Buch würd ich kaufen ?

    Alles Liebe
    Sandra

    Reply
    1. Julie
      2 Monaten ago

      Danke liebe Sandra!!! Ich freue mich total, dass dir der Mimimi-Montag gefällt!
      Haha ja, ein schlimmer Finger, dieser Jared 😉
      Und dann beeile ich mich mal mit dem Buch, hihi!

      Alles Liebe,
      Julie

      Reply

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