In Mimimi-Montag

Ich hasse Menschen ohne Heuschnupfen!

Einen wunderschönen Wochenstart wünsche ich euch – möge euer Montag besser sein als das heutige Wetter! Naja, der April macht eben, was er will und bisher hat er uns eh sehr verwöhnt. Ein bisschen schlecht drauf sein darf ja jeder mal, warum also nicht auch der Wettergott? Apropos schlecht drauf sein – willkommen zu unserem Hassformat, das wir alle lieben!

Joggen am Land

Das schöne Wetter lockt uns alle nach draußen und wir haben wieder mehr Bock, uns zu bewegen. Sogar an einer faulen Sau wie mir gehen die warmen Temperaturen nicht ganz spurlos vorüber und so jogge ich manchmal tatsächlich durch den Augarten, anstatt nur auf der Wiese zu chillen. Anfangs hätte ich gedacht, dass es mich einiges an Überwindung kosten würde, in der Stadt joggen zu gehen, wo man doch so vielen beobachtenden Blicken ausgesetzt ist.

Aber sieh an, das Gegenteil ist der Fall! Ich persönlich empfinde das Joggen in der Stadt – vorausgesetzt, man läuft irgendwo, wo man nicht alle zwanzig Meter an einer Ampel stehenbleiben muss – als deutlich gechillter als in ländlicheren Gegenden. Wenn ich bei meiner Familie bin, die in einem Vorort wohnt, stresst mich das Laufen um einiges mehr. Warum? Naja, die Wiener interessieren sich nur für sich selbst, aber am Land erwarten die Menschen Interaktion. Jeder, der einem begegnet, schleudert einem ein nervtötend gut gelauntes „Griaß di!“ entgegen und erwartet, dass man ihn zurückgrüßt – tut man das nicht, kann man sich sicher sein, Gesprächsthema Nummer 1 beim nächsten Dorfstammtisch zu werden. Sorry Beate, wenn ich deine Gefühle verletzt habe, aber ich war zu sehr damit beschäftigt, nicht zu ersticken.

Menschen ohne Heuschnupfen

Wo Licht ist, ist auch Schatten – und wo Frühling ist, ist auch der Heuschnupfen nicht weit. Leider gehöre ich auch zu den Menschen, die davon nicht verschont bleiben. Laufende Nasen, juckende Augen… alles keine Seltenheit zu dieser Jahreszeit. Die Menschen ohne Heuschnupfen wissen gar nicht, wie gut sie es haben!

Oder sie wissen es genau. Dieser Fall geht meist mit einem gravierenden Mangel an Empathie einher. Meist stellen sich diese Menschen neben einen, atmen demonstrativ ein und sagen: „Mhhh, riechst du das? Die Gräser, die Birken und die Wiesenblumen? Ein Volksfest für die Sinne!“

Und dann steht man daneben, mit zugequollenen Augen und einem vollgerotzten Taschentuch in den Händen. Und überlegt sich, ob sich dieser Zustand strafmildernd in einem Prozess wegen Körperverletzung auswirken würde. Ja, Anna, ich habe es verstanden, du hast keinen Heuschnupfen. Reib’s mir nur bitte nicht unter die Nase – ich riech’s eh nicht.

Umständliche Fragesteller

Letzten Freitag war in Österreich die lange Nacht der Forschung. Da mir als passionierter Studentin die Forschung ja quasi im Blut liegt, war ich natürlich mit von der Partie. Zusammen mit meiner Mutter und einigen ihrer Schüler machten wir uns auf den Weg, testeten unsere Blutzuckerspiegel und erlebten die verschiedensten Dinge in Virtual Reality. Schließlich endeten wir in einem Vortrag über Gebärdensprache. Der war ebenso interessant wie lustig und bescherte mir einen wunderbaren Punkt für den heutigen Mimimi-Montag.

Zum Schluss durften nämlich Fragen gestellt werden und mit uns im Raum war ein Ehepaar von der obergscheiden Sorte. Der Herr wollte anschließend wissen, ob es ein Wörterbuch für Gebärdensprache gibt. Würde ein normaler Mensch diese Frage stellen, würde sie in etwa so klingen: „Gibt es ein Gebärdensprachenwörterbuch?“

Wir fassen zusammen: Diese Musterfrage besteht aus 4 Wörtern!

Was der Herr jedoch tatsächlich sagte, war: „Was mich interessiert hätte, ist, ob es auch so eine Art Wörterbuch für Gebärdensprachen gibt. Für gesprochene Sprachen gibt es ja verschiedene Wörterbücher. Jetzt hätte mich interessiert, ob es das auch für Gehörlose oder Menschen, die Gebärdensprache lernen wollen, gibt. Also zum Beispiel etwas, wo die einzelnen Gebärden mit Fotos erklärt werden und die Bedeutung daneben steht… eben ob es so eine Art Gebärdensprachenwörterbuch gibt.“ (65 Wörter!)

Werner, wir alle haben deine Intention schon beim ersten Satz verstanden, es gibt keinen Grund, deine Frage noch dreimal zu erklären! Meine Güte, du stellst eine Frage und hältst keine Oscar-Dankesrede also fass dich bitte kurz!

 

Und damit geht ein weiterer wunderbarer Mimimi-Montag zu Ende. Ich freue mich, dass ihr wieder dabei wart und hoffe, ihr hattet wieder genauso viel Spaß wie ich! Übrigens wird ausnahmsweise schon morgen der nächste Blogpost online kommen – ich habe da nämlich eine kleine Überraschung für euch. Mehr darf ich aber noch nicht verraten. Wir lesen uns morgen. Ich freu mich drauf!

 

Eure Julie,

Die mit dem roten Lippenstift

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8 Comments

  1. makati
    3 Monaten ago

    Glaub mir, genauso nervig wie die umständlichen Fragesteller sind die umständlichen Geschichtenerzähler! Ich spreche aus Erfahrung, mein Freund ist nämlich genau so einer. Da steht man dann mit dieser „Komm-endlich-zum-Punkt“-Geste daneben und fragt sich, wie viel Zeit jetzt schon vergangen ist. 😉
    Was mich aber trotzdem noch interessiert: Was war die Antwort auf die Frage nach dem Wörterbuch? (Ich kenne mich in der Materie ein bisschen aus, deswegen würde ich’s gern wissen.^^) Und bei welcher Institution wart ihr da? An der Uni?

    Reply
    1. Julie
      3 Monaten ago

      Oh ja, die kenne ich auch. Aber da darf ich keine großen Reden schwingen, ich neige nämlich selbst oft zum umständlichen Geschichtenerzählen hahah 😀
      Ich erinnere mich ehrlich gesagt nicht mehr an die Antwort – sorry! Ich glaube, der Vortragende war sich selbst nicht sicher, ob es sowas gibt..
      Ja, an der Uni Innsbruck waren wir 🙂

      LG Julie

      Reply
      1. makati
        3 Monaten ago

        Ah, verstehe, ich dachte, ihr wart in Wien. 🙂 Übrigens gibt es Wörterbücher – wie vollständig die sind, sei jetzt mal dahingestellt. Entweder als App („spread the sign“) oder im Web („ledasila“ – ein Projekt der Uni Klagenfurt), falls du das nachreichen willst bei den Schülern deiner Mutter. 😉

        Reply
        1. Julie
          3 Monaten ago

          Ah danke für die Info ? werd ich so weitergeben ?

          Reply
  2. Wiebi Peters
    3 Monaten ago

    Hi Julie!

    Ich oute mich gleich zweimal: Erstens als, Hallo-ich-bin-die-ohne-Heuschnupfen. Zweitens: Hallo-ich-kann-auch-ewig-um-den-heißen-Brei-herum-reden.
    Du darfst ruhig schmunzeln. Grinsen ist auch erlaubt 😉

    Liebste Grüße,
    Wiebi

    Reply
    1. Julie
      3 Monaten ago

      Haha 😀
      Ja, solche Menschen muss es auch geben 😉
      Eigentlich bin ich ja nur neidisch auf euch Menschen ohne Heuschnupfen ;D

      Liebe Grüße,
      Julie

      Reply
  3. Lisa
    3 Monaten ago

    Ich hatte nie Allergien… bis ich in die USA gezogen bin. Thanks America. Ohne Medikamente überleb ich den Tag nicht, juckende Augen, Müdigkeit, Halsweh, Husten, rinnende Nase.:-/
    Zu dem Wörterbuch (Gestenbuch?): muss man nur aufpassen dass man nicht ein Wörterbuch von deutscher Gebärdensprache oder american sign language statt österreichischer Gebärdensprache kriegt. Ich hab ein paar american sign language, aber es ändert sich so oft und hängt auch vom dialekt und gegend ab!
    So, ich geh jetzt weiter niesen.

    Reply
    1. Julie
      3 Monaten ago

      Das ist aber komisch… Thank you, America.
      Ja, das mit den Dialekten habe ich auch schön gehört. Ganz schön spannend!
      Alles Liebe,
      Julie

      Reply

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