In Mimimi-Montag

Werd‘ doch Friedhofsgärtner!

Einen wunderschönen guten Abend, ihr lieben Menschen da draußen! Mit diesem Mimimi-Montag habe ich mir bis zum Abend Zeit gelassen und das ist auch gut so, denn heute, bevor ich den Beitrag tippen konnte, habe ich mich schon so aufgeregt, dass ich einen richtigen Wutschrei ausgestoßen habe – perfekte Voraussetzungen für den Mimimi-Montag! Falls es jemand gehört hat, möchte ich mich an dieser Stelle dafür entschuldigen. Außerdem möchte ich euch wie immer herzlich willkommen heißen – zu dem Hassformat, das wir alle lieben.

Menschen, die ihre Berufswahl komplett verfehlt haben

Ich fange nun mit dem Punkt an, über den ich mich heute wirklich extrem geärgert habe. Ich mag mein Studium. Tu ich wirklich. Aber es gibt dabei einen Punkt, der mich wirklich jedes Mal an die Grenzen meiner psychischen Belastbarkeit bringt und mir in Erinnerung ruft, warum ich Menschen so scheiße finde: die Organisation, die dahinter steht. Falls man sie als solche betiteln kann. Zumindest ist die Studienprogrammleitung eine absolute Katastrophe. Da ich einen anderen Bachelor gemacht habe, muss ich für mein Masterstudium ein paar Module nachholen – für die ich mich allerdings nicht anmelden kann, da man an der Uni Wien immer einen Studienplanpunkt braucht, dem man die Vorlesung zuordnen kann und wenn man den nicht hat, hat man Pech. Klarer Interessenskonflikt.

Jedenfalls schildere ich der Studienprogrammleitung meine Situation. Zurück bekomme ich folgenden Einzeiler, der ganz klar an meiner Fragestellung vorbeigeht: „Da müssen Sie einen Antrag auf Anerkennung stellen.“ Ich rufe an, frage, ob ich einen solchen Antrag nicht erst stellen kann, wenn ich eine Prüfung zum Anerkennen habe. Antwort: „Ja natürlich.“ Ich: „Gut, mein Problem ist aber, dass ich mich für die Vorlesung nicht anmelden kann.“ – „Warum nicht?“ – „Weil es im Master keinen Studienplanpunkt dafür gibt.“ – „In welchem Studiengang sind Sie nochmal?“ – „Im Master.“ – „Aha.“ Pause. Noch mehr Pause. Grillenzirpen. „Also, was mache ich jetzt?“ – „Weiß ich nicht, ist nicht mein Aufgabenbereich.“

Nach einer weiteren Minute der äußerst einsilbigen, wenig hilfreichen Kommunikation rückte sie zumindest den Namen einer weiteren Ansprechperson raus, die mir dann zum Glück geholfen hat. Die Person konnte wirklich froh sein, dass ich gerade nicht in der Nähe war, denn andernfalls wäre ich bei ihr vorbeigekommen und hätte sie so lange durchgehend angeschrien, bis meine Stimmbänder versagt hätten. Ja, Gerda, es ist offensichtlich, dass du deinen Job absolut scheiße findest, aber ich habe gute Nachrichten für dich: In Wien gibt’s hunderte freie Jobs, da ist sicher einer dabei, der dir mehr zusagt. Friedhofsgärtner ist sicher nett, da muss man sich sicher nicht mit so vielen Studenten herumschlagen.

Chronische Zu-Spät-Kommer

Es lässt sich nicht immer vermeiden, ein paar Minuten später als geplant aufzutauchen. Auch mir passiert es hin und wieder. Mal steht man im Stau oder findet keinen Parkplatz, dann gibt’s ein Problem mit der U-Bahn und man kommt nicht vom Fleck – alles schon passiert. Und solange man Bescheid sagt und sich die Verspätung in Grenzen hält, ist es mir auch komplett egal. Aber dann gibt es diese Menschen, bei denen man eigentlich schon im Vorhinein wissen müsste, dass man getrost eine halbe Stunde später losgehen kann, weil sie eh nicht pünktlich sein werden. Und ich hasse es wirklich so sehr.

Letztens war ich auf eine Party eingeladen (ja, so unwahrscheinlich es klingen mag, auch ich habe ein Sozialleben) und da die Gastgeberin in die oben genannte Kategorie fällt, habe ich mir extra Zeit gelassen und bin erst losgefahren, als ich eigentlich schon längst hätte da sein sollen. Und ich war verdammt froh, dass ich das gemacht habe, denn wer war nicht da, als ich zum verabredeten Treffpunkt kam? Richtig, die Gastgeberin! Ich rief sie an und ihre Antwort war: „Ja, ich bin schon in der Nähe, aber es kann noch ein bisschen dauern, ich muss noch einen Parkplatz suchen.“

Und ich frage mich, ob es wirklich zu viel verlangt ist, zu seiner eigenen Party pünktlich zu kommen oder zumindest kurz Bescheid zu sagen, wenn man sich verspätet. Menschen, echt.

Spiegel und Licht in Umkleidekabinen

Warum Arbeitsrechtler und Umweltaktivisten mich hassen, Punkt 1: Ich bestelle so gut wie alles online. Laut meinem Kontostand finanziere ich ständig so ein Amazonas-Hilfsprojekt. Aber auch Zalando darf mich zu seinem treu ergebenen Kundenkreis zählen. Das hat nicht unbedingt etwas damit zu tun, dass ich zu faul zum Shoppen wäre, oder dass es mir Spaß macht, meinen Postler regelmäßig mit einem schweren Paket in den zweiten Stock ohne Lift rauf zu jagen. Nein, es liegt schlicht und ergreifend daran, dass diverse Klamottenläden einfach nicht fähig sind, ihre Umkleidekabinen so auszuleuchten, dass man darin auch nur ansatzweise gut aussehen könnte.

Hosen kaufen gehört per se schon nicht zu meinen Lieblingsbeschäftigungen. Da man in unseren Breitengraden allerdings zu meinem Leidwesen nicht das ganze Jahr über in Sommerkleidern herumlaufen kann, muss es manchmal einfach sein und ich brauche jedes Mal mindestens zwei Tage, um mich mental darauf vorzubereiten und überall in meiner Wohnung Post-its mit „Du bist gut so, wie du bist“-Mantras zu verteilen. Denn jedes Mal, wenn ich in einer Umkleidekabine stehe, frage ich mich, wie viel ich in den letzten 24 Stunden zugenommen habe und ob das mein Hintern oder ein hautfarbener Brokkoli ist. Danach brauche ich eine Packung Taschentücher, ein Glas Chardonnay und eine Delfintherapie. Wenn ich die ganze Prozedur dann zuhause mit derselben Hose wiederhole, sehe ich zum Glück ganz normal aus. Aber warum machen Geschäfte das? Das ist absolut nicht verkaufsfördernd.

Und das war’s auch schon wieder mit dem heutigen Mimimi-Montag. Nachdem ich mich nun so aufgeregt habe, habe ich ein richtiges Loch im Bauch, deshalb werde ich es nun mit Nudelauflauf und selbstgebackenen Cookies stopfen. Ich wünsche euch noch einen schönen Abend!

Eure Julie,

Die mit dem roten Lippenstift

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2 Comments

  1. Nicci Trallafitti
    4 Monaten ago

    Liebe Julie,
    ich habe mich wieder köstlich amüsiert, auch wenn die Umstände, die zu den Punkten geführt haben, gar nicht so erfreulich und sicherlich auch nicht witzig waren.
    Das mit den Umkleidekabinen kenne ich zu gut, deshalb bestelle ich Klamotten auch nur noch online, meistens bei EMP, wovon es (hier zumindest) eh keine Läden gibt.
    Und Hosen trage ich generell nicht, frei nach dem Motto: Superheldin in Strumpfhosen <3
    Oder Haremshosen, geht auch. Ich habe endlich kapiert, dass es kein Gesetz ist, sich in unbequeme (meist hässliche) Jeans zu quetschen.

    Liebe Grüße,
    Nicci

    Reply
    1. Julie
      4 Monaten ago

      Danke liebe Nicci!
      EMP kannte ich bis jetzt gar nicht, da muss ich mal schauen, ob das was für mich wäre 🙂
      Ich versuche auch, so oft wie möglich Kleider zu tragen, weil ich Hosen absolut schrecklich finde 😀 Manchmal ist es mir dafür aber trotz Thermostrumpfhosen einfach zu kalt und dann müssen doch die Jeans her. Haremshosen stehen mir leider überhaupt nicht :/
      LG Julie

      Reply

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