In Work & Study

Die besten Studiertipps für Faule

Wer mich für eine Streberin gehalten hat, lag damit ungefähr so falsch wie die Amerikaner damals  im zweiten Weltkrieg, als sie dachten, die Japaner würden niemals Pearl Harbor angreifen. Ich bin das absolute Gegenteil, ich fange selten früher als drei Tage vor einer Prüfung an zu lernen und mein halbes Studium besteht aus Selbstbeschiss in Form von „Das schaff ich schon, das ist nicht so schwer“-Mantras. Gut, ich gebe zu, dass ich mit dieser Einstellung schon oft auf die Schnauze gefallen bin. In vielen Fällen war ich aber trotz Faulheit äußerst erfolgreich in meinen Prüfungen und daher verrate ich euch heute meine besten Studiertipps für Faule. 

Realistische Selbsteinschätzung

Bevor ihr euch meine besten Studiertipps für Faule durchlest, kommt hier noch ein kleiner Appell, der so gar nicht dazu zu passen scheint: Seid realistisch! Damit ihr eure Prüfungen besteht, solltet ihr zuerst realistisch einschätzen, ob ihr es euch bei der Prüfung, die euch bevorsteht, überhaupt leisten könnt, faul zu sein. Sollt ihr eine Prüfung über Strategie und Marketing schreiben und habt noch nie von Porters Five Forces gehört? Ist es euer vierter Antritt oder könnt ihr euch nicht mal eure eigene Handynummer auswendig merken? Dann lest jetzt lieber nicht weiter, sondern versucht lieber, nach dem Maximalprinzip zu lernen!  Ist euch das Stoffgebiet schon zumindest in den Grundzügen vertraut, tut ihr euch leicht beim Lernen und/oder ist es euer erster Antritt? Go for it, lest euch meine Tipps durch und dann entscheidet, was ihr heute netflixen wollt!

Genug Druck aufbauen

Je später man anfängt zu lernen, umso kürzer ist die Prüfungsphase. Aber spät mit dem Lernen anzufangen, hat gerade für die faulen Säue unter uns noch einen weiteren Vorteil: Viele Menschen können sich nur zum Lernen motivieren, wenn sie genügend Druck verspüren. Ich weiß ja nicht, wie es euch da geht, aber ich falle eindeutig in diese Kategorie. Ohne Druck brauche ich es erst gar nicht versuchen, da sitze ich dann vor dem Laptop, habe die Unterlagen zwar vor mir, aber schaue die ganze Zeit aus dem Fenster, suche nach Rezepten fürs Mittagessen, obwohl ich gerade erst gefrühstückt habe oder stalke Zac Efron auf Instagram – schön, aber nicht gerade effizient. Nutzt diese Zeit, in der ihr eh nicht lernt, lieber sinnvoller und wartet auf den Moment, in dem ihr so unter Druck seid, dass ihr euch wirklich auf nichts anderes als den Stoff konzentrieren könnt.

Kenne deinen Feind… äh, Prof!

Es hilft ungemein, sich über den Professor zu informieren, bevor man zu einer Prüfung antritt. Manche kennt man nach ein, zwei Semestern eh schon zumindest vom Hörensagen oder aus persönlichen Erfahrungen und weiß, welche Art von Fragen sie stellen. Wenn man aber noch nicht mal den Namen seines Professors gehört, geschweige denn ihn je gesehen hat, können Facebookgruppen helfen. Dort werden nicht nur Mitschriften ausgetauscht, über die sich faule Studenten auch immer sehr freuen, man kann sich auch Infos zu den Prüfern holen und weiß, wer leichtere Fragen stellt und wer sich bei Prüfungen als Arschloch entpuppt. Dementsprechend kann man seinen Lernaufwand dann anpassen und sich auf die richtigen Dinge fokussieren.

Altfragen sind der Shit!

Nicht nur wir Studenten sind gern mal faul, auch Professoren haben nicht unbedingt Lust darauf, sich viermal pro Semester komplett neue Fragen aus den Fingern zu saugen. In meinem Wirtschaftsstudium gab es sogar schon Prüfungen, die zu 100 Prozent aus Altfragen bestanden. Sollten sich solche auftreiben lassen (Stichwort Facebookgruppen!) , solltet ihr die unbedingt lernen. So könnt ihr euch nicht nur auf die wichtigsten Stoffgebiete und die Art und Weise, wie die Fragen gestellt sind, einstellen, sondern findet vielleicht manche Dinge Eins zu Eins in der Prüfung wieder. Und das sind dann wirklich geschenkte Punkte.

Eine Folge Frauentausch schauen

Ja, was hat denn Assi-TV nun mit Studienerfolg zu tun? Motivation ist die Antwort auf alles. Wenn ich eine Folge Frauentausch oder Teenager werden Mütter geschaut habe und sehe, wo ein Mangel an Bildung hinführen kann, habe ich plötzlich das dringende Bedürfnis, etwas aus meinem Leben zu machen und ich gehe viel motivierter an meine Lernsachen. Dieser Tipp ist aber mit etwas Vorsicht zu genießen: Bei meiner Mama hat eine Folge Assi-TV nämlich zur Folge, dass sie danach die Wohnung blitzblank putzen muss – und das ist in der Prüfungsphase zwar eine willkommene Ablenkung vom Lernen, aber nicht besonders effizient.

Kenne die wichtigsten Multiple-Choice-Tricks

Es gab mal eine Prüfung, für die ich wirklich keine Sekunde gelernt habe, die ich aber trotzdem mit einer Drei bestanden habe, einfach nur, weil ich die wichtigsten Tipps und Tricks für Multiple Choice Prüfungen gekannt habe. Die möchte ich euch natürlich nicht vorenthalten:

  • Keiner hat besonders Lust darauf, sich ellenlange Antworten aus den Fingern zu saugen, die dann nicht mal richtig sind. Die längsten, kompliziertesten Antworten sind daher mit hoher Wahrscheinlichkeit richtig.
  • Oft gibt es eine Antwort, die sich inhaltlich oder formal sehr stark von den anderen unterscheidet. Die ist meist richtig.
  • Manchmal sind es bestimmte Schlüsselwörter, die einem verraten, ob die Antwort was taugt – oder eben nicht. Antworten, in denen die Wörter immer, nie, grundsätzlich, auf jeden Fall, keinesfalls oder ähnliche vorkommen, sind mit 99,9-prozentiger Wahrscheinlichkeit falsch.
  • Statistisch gesehen ist C die Antwort, die in Multiple Choice Tests am ehesten richtig ist. Wenn alle Stricke reißen, also einfach C ankreuzen.

Das waren dann also die Tipps der faulsten Studentin, die ich kenne – also meine. Wenn ihr noch weitere Tipps habt, wie man die Prüfungen als faule Sau überstehen kann, bitte raus damit, ich lerne diesbezüglich immer gerne dazu!

Eure Julie,

Die mit dem roten Lippenstift

Pin it:

Share Tweet Pin It +1

You may also like

Lasst euch verzaubern

Posted on 12. April 2016

Likest du mich, dann like ich dich!

Posted on 11. Februar 2017

Bildung? Nur in der Gruppe

Posted on 17. Oktober 2016

Previous PostSatzzeichen sind keine Option!
Next PostWerd' doch Friedhofsgärtner!

2 Comments

  1. Verena
    4 Monaten ago

    Bester Tipp: C ankreuzen hahaha 😀 So habe ich das in der größten Not bzw Verwirrung auch gemacht

    Reply
    1. Julie
      4 Monaten ago

      Es hat sich aber auch bewährt 😉

      Reply

Leave a Reply