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Weitere 5 Dinge, die mich an Instagram nerven

Weil es das letzte Mal so schön war und ich seitdem mit offenen Augen durch die Instawelt gegangen bin, fühle ich mich nun dazu berufen, meine bisherige Top 5 der Instagram-Nervfaktoren um weitere fünf Punkte auszuschmücken. Wie jeder, der mich kennt, weiß, mag ich Instagram sehr gerne und würde auch keineswegs darauf verzichten wollen. Nennt mich narzisstisch, aber mir macht es unheimlich Spaß, mein Leben ein bisschen online zu teilen. Außerdem habe ich mittlerweile einen kleinen aber unheimlich feinen Kreis an Stammlesern und –kommentierern, die mir immer wieder ein Lächeln aufs Gesicht zaubern und mich teilweise auch laut auflachen lassen. Mit denen könnte ich eine eigene Top 5 der Dinge, die ich an Instagram liebe, füllen. Aber sich ein bisschen aufzuregen, macht oft einfach viel mehr Spaß #lästernkannich. Also lasset die Spiele weitergehen:

    Menschen, die einem folgen, um kurz darauf wieder zu entfolgen

Es gibt dieses Phänomen auf Instagram. Man hat einen Follower mehr und kurz darauf verliert man ihn wieder. Als ich noch ganz klein angefangen habe und noch nicht so ein riesiger Account war wie jetzt (Achtung, Ironie!), habe ich mich manchmal gefreut wie ein kleines Kind und habe allen meinen WhatsApp-Kontakten „Ich habe gerade die 100-Follower-Marke auf Instagram geknackt!“ geschrieben, um kurz darauf die niederschmetternden Worte „Aber du hast doch nur 97“ zurückzubekommen. Ach Mist. Gibt wohl nichts, das vor allem Insta-Frischlinge mehr abfuckt, als das. Da klickt jemand auf „Folgen“, merkt, dass man nicht zurückfolgt, ist beleidigt und entfolgt aus Rache wieder. Es gibt sogar einen Account, der mir schon mindestens 20 Mal ge- und entfolgt ist. Da denke ich mir dann immer: „Alter, gib’s doch endlich mal auf. Wenn ich dir die letzten 20 Male nicht zurückgefolgt bin, werde ich es jetzt auch nicht tun, auch wenn du ‚follow for follow?‘ unter mein Bild schreibst.“ Wenn mir ein Account gefällt, folge ich gerne zurück. Aber auch nur dann. Betteln hat bei mir (und bei vielen anderen auch) den gegenteiligen Effekt. Ich habe jedenfalls noch nie jemanden sagen hören: „Wow, ich bin echt beeindruckt von diesem Spacko, der mir nur folgt, wenn ich es auch mache. Klingt nach einem guten Deal.“ Also Leute, lasst es.

    Die Rechtfertiger

„Entschuldigt bitte, dass ich gestern nichts gepostet habe, aber ich hatte so einen Stress, weil der Goldfisch des Hamsters meiner Tante gestorben ist und ich für seine Beerdigung noch vegane, glutenfreie Chia-Muffins backen musste…“

So ein Satz könnte von einer meiner Lieblingsgruppen auf Instagram stammen: den Rechtfertigern. Ich muss mich dann immer beherrschen, keinen Kommentar zu hinterlassen, dass niemand bemerkt hat, dass mal einen Tag nichts kam. So etwas bemerkt nämlich wirklich niemand. Ich folge zum Beispiel rund 250 Accounts auf Instagram und das sind noch ziemlich wenig im Vergleich zu anderen. Wie zur Hölle sollte man da bemerken, wenn mal einen Tag nichts von einem davon kommt? Ich checke das jedenfalls nicht ab und habe auch noch nie jemanden sagen hören: „Boah, heute hat die süße Maus XY ja gar nichts gepostet!“ Wenn jemand von euch so viel Zeit hat, das doch zu machen, kommt doch mal bei mir vorbei und putzt mein Zimmer.

    Die „Ich markiere hier einfach mal wahllos jeden, der mir einfällt“-Leute

Ich mag Tags. Und ich freue mich auch immer, wenn ich getaggt werde. Wenn es denn Sinn macht. Auf Instagram gibt es, wie meine Freundin Kathi in ihrem Blogpost sehr schön beschrieben hat, immer wieder sogenannte Tags, bei denen man ein Bild zu einem bestimmten Thema postet und andere auffordert, es einem gleichzutun. Solche Sachen finde ich teilweise richtig cool und dafür bin ich auch immer gerne zu haben (es sei denn, es ist ein Nacktfoto-Tag. Bei sowas mache ich nicht mit, mein Account bleibt jugendfrei!)

Was ich aber nicht ausstehen kann, sind diese Leute, die immer ihre halben Insta-Kontakte auf jedem, und ich meine wirklich jedem, Foto markieren. Ich weiß nicht, auf wie vielen Dschungelprüfungen (getarnt unter dem Pseudonym Chiapudding) ich schon markiert wurde, ohne dass es irgendwas mit mir zu tun gehabt hätte. Sowas läuft für mich unter likegeil. Habe ich nichts dagegen, bin ich auch. Deshalb haue ich auch unter so ziemlich jedes Foto den Hashtag #vegan drunter, auch wenn ich einen fetten Burger oder ein Buch poste. Ist übrigens mein Geheimtipp. Ist auch likegeil, aber nervt zumindest niemanden.

    Die Rabattcodeversorger und Programmwerber

„Ich bin einfach so unglaublich überzeugt von diesem hammermäßigen Programm und habe so viel dadurch abgenommen. Wenn ihr auch Bock drauf habt, mit dem Code ichbekommeprovision20 kriegt ihr 20 Prozent Rabatt!“

Als ich diese Accounts letztens ausgemistet habe, kam ich auf sagenhafte 100 Abonnements weniger. Finde ich schon krass. Aber die gehen mir eben auch auf die Nerven. Ich hab mal eine, die unter jedes einzelne Bild geschrieben hat, dass das Rezept aus Programm XY stammt, gefragt, ob man dieses Programm eigentlich auch machen darf, wenn man es nicht alle zehn Minuten erwähnt. Dann wurde ich geblockt. Ups. Habe ich wohl einen wunden Punkt getroffen.

Besonders schön ist die Reaktion allerdings, wenn dann ein Vorher-Nachher-Bild gepostet wird, das entweder ganz offensichtlich bearbeitet oder uralt ist, und der Poster dann darauf aufmerksam gemacht wird, dass man seinen Beschiss durchschaut hat. Mache ich natürlich nicht, aber beobachte ich sehr gerne. Geht mir zwar unglaublich auf den Sack, wenn jemand meint, seine Follower bescheißen und um ihr Geld bringen zu können (weshalb ich da auch aus Prinzip entfolge), aber in solchen Momenten, wenn dann ein Bitchfight losgeht, liebe ich Instagram gleichzeitig wieder. Da bin ich ganz in meinem Element und würde mich am liebsten mit Popcorn vors Handy setzen.

    Sinnlose Kommentare

Ich kommentiere gerne Fotos, wenn sie mir gefallen oder wenn ich den Text darunter gut finde. Allerdings spare ich es mir, wenn mir nicht mehr dazu einfällt als „Wow, cooles Bild.“ Weil so etwas kann ich einfach Copy-and-Pasten und bei allen Bildern drunter hauen, egal ob da jetzt ein wunderschöner Berliner Sonnenaufgang oder eine Dschungelprüfung 2.0 aka Chiapudding zu sehen ist (bei dem ich diesen Kommentar auch sehr ungern hinterlassen würde). Da fehlt mir dann die Individualität. Wenn ich schon meinen Senf dazugebe, will ich auch sinnvoll kommentieren. Freut mich ja auch viel mehr, wenn das andere bei mir machen. Gibt viel zu viele Accounts, die einfach nur „Cool“ oder „Nice“ unters Bild hauen, in der Hoffnung, dass man ihre Bilder liket. Womit wir wieder beim Thema likegeil wären. #vegan sag ich da nur.

Gibt’s noch irgendwelche Punkte, auf die ihr bei Instagram ganz allergisch reagiert? Lasst es mich gerne wissen, vielleicht kriegen wir ja sogar eine Top 15 hin 😉

Eure Julie,

Die mit dem roten Lippenstift

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15 Comments

  1. Marika
    3 Jahren ago

    Wow, voll nicer Beitrag. Ich hab übrigens mit dem voll #veganen Programm „sei schlau, lese Bücher“ ganze 100 neue Worte gelernt. Gib beim Buchhändler deines Vertrauens den Code ichbraucheaufmerksamkeit an und du bekommst 23% Rabatt auf jedes Buch von Michaela Schäfer (schreibt man die so?)…..Herrlich, dein Beitrag. Ich freue mich gerade sehr darüber, dass es eine Fortsetzung zu dem Thema gab. Und ich stimme dir da wirklich zu! Ich bekomme auch ständig 10-20 neue Follower hinzu und hab ein paar Stunden später doch wieder nur 15. Dafür freue ich mich auch umso mehr darüber, dass sich bei mir die „wow“, „nice“, „tolles Foto“ Kommentare in Grenzen halten. Ich hoffe es gibt einen dritten Teil, dann kann ich mich wieder so herrlich darüber amüsieren. Liebe Grüße eine stille Followerin, die deine Leidenschaft für roten Lippenstift teil 🙂

    Reply
    1. diemitdemrotenlippenstift
      3 Jahren ago

      Danke für den äußerst nicen Kommentar 😀 Immer cool, wenn sich stille Follower zu Wort melden 🙂
      Beim Buchhändler würde ich den Rabattcode allerdings schon ausnutzen, aber leider gibt’s sowas nur für Abnehmprogramme und Onlineshops, die was mit Proteinen verkaufen 🙁 Aber auf Micaela Schäfer kann ich eh verzichten^^
      Freut mich sehr, dass es dich amüsiert hat. Ich werde weiter mit offenen Augen und Ohren durch die Instawelt laufen und vielleicht fallen mir ja noch genügend Punkte für eine weitere Fortsetzung auf 😉
      LG Julie

      Reply
  2. wortgeflumselkritzelkram
    3 Jahren ago

    nice. cool

    Reply
  3. wortgeflumselkritzelkram
    3 Jahren ago

    nee ernsthaft. ich nutze so gut wie kein instagram, habe aber herzhaft gelacht bei deinem beitrag….

    Reply
    1. diemitdemrotenlippenstift
      3 Jahren ago

      Dankeschön 🙂 das freut mich sehr 🙂

      Reply
  4. Mein Name sei MAMA
    3 Jahren ago

    Oh! Wie? Was? Der Burger ist gar nicht vegan?! Und ich habe das Bild gerade mit all meinen nicht veganen Freunden geteilt (so eine „in your face“ Aktion – haha!), um ihnen zu beweisen, dass vegan auch super lecker und fast „wie echt“ aussehen kann. Aaaaahhh!!
    Apropos Tiere: Woran hat der arme Goldfisch denn laboriert? Wie geht der Hamster mit dem Verlust um? Nimmt er therapeutische Hilfe in Anspruch? Und für wen waren die Chia-Muffins, für den Hamster oder die Tante? Und warum weiß ich noch immer nicht, wie ein Chia-Muffin ausschaut oder schmeckt? Ach ja, ich bin ja gar nicht auf Irgendwasgram und gräme mich jetzt erstmals darüber: keine bitchfights, kein #vegan und keine rabattcodeangebote, na geh…

    Reply
    1. diemitdemrotenlippenstift
      3 Jahren ago

      Nein, das ist alles Betrug. Instagram ist eine Scheinwelt. Aber deine nicht veganen Freunde fanden das Bild sicher trotzdem toll 😉
      Er hat sich an einem Chiamuffin verschluckt. Der Hamster ist tottraurig deshalb braucht er auch die Chiamuffins damit er seinem geliebten Goldfisch folgen kann. Ich würde sagen du kommst zur Beerdigung dann kannst du einen probieren. Musst halt aufpassen, dass du dich nicht daran verschluckst und stirbst.
      Ja da verpasst du echt was 😀

      Reply
      1. Mein Name sei MAMA
        3 Jahren ago

        Ui, da brauche ich vorher noch ein paar Tafeln Schokolade – das ist zu viel Drama auf einmal für meine Nerven 😉

        Reply
  5. derhilden
    3 Jahren ago

    Was mich extrem aufregt, sind diese Spamaccounts, die einem dauernd folgen und auf deren Profil dann dutzende „verführerische“ Bilder zu sehen sind, gepaart mit der Aufforderung, auf unseriösen Seiten solche Frauen kennenzulernen. -_-
    „Öhm, nein, aber danke für nichts?“ ist da mein Gedanke und man hat es tatsächlich geschafft, meine gute Laune für wenige Sekunden zu unterbrechen.
    Ansonsten kann ich dir nur zustimmen. 😀

    Reply
    1. diemitdemrotenlippenstift
      3 Jahren ago

      Danke, den Punkt nehme ich in die Fortsetzung sofern sie zustandekommt auf 🙂

      Reply
  6. Kolumne Medienwelt: Die Social-Media-Krankheit | Mein Medienguide
    3 Jahren ago

    […] sowieso irgendwann auf. Auf Instagram gibt’s diese Follower-Achterbahnfahrt wohl auch, wie ich vor kurzem auf dem wundervollen Blog „Die mit dem roten Lippenstift“ gelesen hab… Kurz nachdem ich mich bei Twitter angemeldet hatte, habe ich mir drei Youtube-Videos dazu, wie man […]

    Reply
  7. Ronja
    3 Jahren ago

    Ich liebe diese Blogreihe von dir! 😀 Hoffentlich kommt irgendwann noch eine Top 15 zustande. Mir fällt leider gerade kein weiterer Faktor ein, du hast die nämlich echt schon sehr gut zusammengefasst. Aber ich bin sicher, du hast noch was in petto. 😀
    Übrigens fällt es mir bei ein paar Leuten tatsächlich auf, wenn sie mal einen Tag nichts posten! Das sind die, auf derren Bilder ich mich einfach jeden morgen freue und die sonst immer regelmäßig um eine ähnliche Zeit posten.. Zeit um dein Zimmer zu putzen, habe ich aber leider trotzdem nicht. 😛 Zu Punkt 10 kann ich nur sagen – erwischt. 😀 Mache ich besonders gern unter den Bildern, die man so unter #veganfood findet. Finde ich noch besser als #vegan, da findet man tatsächlich zu viele Bilder, die nichts mit Food zu tun haben. Aber jetzt weiß ich auch wieso, dank dir. ;P

    Reply
    1. diemitdemrotenlippenstift
      3 Jahren ago

      Danke liebe Ronja 🙂
      Tolles Gefühl, wenn ein kleines Insta-Vorbild hier kommentiert 😀 ich liebe ja deine Bilder ? witzig, dass einem so etwas wirklich auffallen kann, hätte ich nie gedacht, weil ich persönlich das einfach überhaupt nicht merke. Aber so verschieden sind eben die Menschen 🙂
      Danke nochmal und schönen Tag 🙂

      Reply
  8. Social Media und Beziehungen - diemitdemrotenlippenstift
    2 Jahren ago

    […] bei Instagram gescrollt habe. Jeder, der meinen Blog aufmerksam mitverfolgt, weiß, dass mich mit Instagram eine kleine Hassliebe verbindet, wobei natürlich die Liebe überwiegt, sonst hätte ich die App schon längst gelöscht. […]

    Reply
  9. 5 Instagram-Typen und wie man sie erkennt - diemitdemrotenlippenstift
    2 Jahren ago

    […] meinem letzten Blogpost über meine Lieblingsapp habe ich unbeabsichtigterweise den Grundstein für einen neuen Post gelegt, indem ich drei […]

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