In Personal

I have a dream…

„In dreams we enter a world that’s entirely our own.“

Mit diesem weisen Zitat von einem meiner Lieblingsprofessoren – Professor Dumbledore – möchte ich den heutigen Blogpost einleiten, weil ich finde, dass es nicht nur wunderschön ist, sondern auch perfekt passt. Tatsächlich gibt es tausende von Zitaten und Songtexten, die sich um das Thema Träume drehen. Ob dies ein simples „I have a dream“ von Martin Luther King oder ein wunderschön zur Weihnachtszeit von Melanie Thornton gesungenes „A wonderful dream of love and peace for everyone“ ist, Träume sind immer ein wunderbares Thema, mit dem ich mich wohl stundenlang beschäftigen könnte.

Eigentlich wollte ich nicht über die Träume reden, die ich nachts im Schlaf habe. Allerdings gehöre ich zu den Menschen, die so einen Mist träumen, dass es fast schade wäre, das nicht zu thematisieren. Sobald ich ins Kopfkissen sinke und den Stress des Tages hinter mir lasse (also nachdem ich eine Stunde lang gelesen, Jodel oder Instagram gecheckt und mich tausendmal im Bett rumgewälzt habe), läuft meine Fantasie auf Hochtouren. Ich wache nicht selten auf und schlage mir mit der flachen Hand gegen die Stirn, während ich mich frage, was zur Hölle ich da nur verarbeitet haben könnte. Tatsächlich kenne ich in meinem Bekanntenkreis niemanden, der so lebhaft träumt wie ich oder sich zumindest danach noch an so viele verrückte Details erinnert. Tatsächlich habe ich einmal geträumt, ich sei ein Truthahn, der versuchen wollte, zu überleben, indem er iPhones zu Tode pickt. Das war, nachdem ich Kafkas Verwandlung gelesen habe. Also Augen auf bei der Abendlektüre.

Worauf ich aber eigentlich hinauswollte, waren nicht die seltsamen Szenarien, die mein Hirn nachts so fabriziert, wobei die mich sicher noch zu dem einen oder anderen Blogbeitrag inspirieren können. Nein, ich sprach von einer ganz anderen Art der Träume: Die, die wir tagsüber haben, wenn wir bei vollem Bewusstsein und bei klarem Verstand sind.

Ich zum Beispiel habe einen Traum. Zwar nicht so einen weltbewegenden wie Martin Luther King, doch meine eigene Welt macht dieser Traum um einiges bunter. Natürlich finde ich die Vorstellung vom Weltfrieden schön und würde mich auch für die Tiere freuen, wenn Massentierhaltung abgeschafft würde und man den Klimawandel irgendwie eindämmen könnte. Aber da ich alleine nicht alle Waffen dieser Welt zerstören, die Lebensmittelindustrie bekehren oder auf mein Auto verzichten kann, muss es für mich eben ein Traum anderer Natur sein.

Und mein Traum ist es, mein eigenes Werk einmal auf einer großen Leinwand zu sehen. Ich will Menschen sehen, die ich in meinem Kopf erschaffen habe, will ihnen dabei zuhören, wie sie von mir erfundene Dialoge sprechen und sich dann genauso gegenseitig die Türen vor der Nase zuknallen, wie ich das geplant habe. Und doch möchte ich überrascht von der Umsetzung sein und vor Freude und Stolz fast platzen, wenn ich dieses Werk sehe oder an einem Kinoplakat davon vorbeilaufe. Ich weiß genau, wo alles spielen soll, wie die Wohnung der Protagonisten aussieht, welche Schauspieler perfekt wären und von welchen Songs die einzelnen Szenen untermalt werden. Und selbst, wenn ich mir das alles nur vorstelle und es mir in meiner Fantasie mit allen Farben dieser Welt ausmale, ist es doch für mich einer der schönsten Gedanken überhaupt – abgesehen von der Vorstellung, sich in einen Welpenhaufen reinzulegen. Also in einen Haufen Welpen, nicht einen Welpenhaufen… Ihr wisst, was ich meine.

Ja, Träume sind empfindlich und sie können schnell zerplatzen wie Seifenblasen. Und gerade mein Traum ist so utopisch groß, dass es mich nicht wundern würde, wenn er sich nie erfüllt. Doch wie hat Marie von Eschenbach so schön gesagt?

„Nenne dich nicht arm, weil deine Träume nicht in Erfüllung gegangen sind; wirklich arm ist nur, der nie geträumt hat.“

Und in diesem Sinne: Lasst euren Träumen freien Lauf. Der schönste Ort der Welt ist die eigene Fantasie. Ihr habt die Macht, diesen wunderbaren Ort so zu gestalten, wie nur ihr es wollt. Füllt diesen Ort mit bunten, glitzernden Farben, lasst euch in Wolken aus Zuckerwatte reinfallen, reitet darin auf Einhörnern und verbannt alle Spinnen und Birkenstocksandalen daraus! Die eigene Vorstellungskraft ist wohl das Tollste, das wir besitzen. Also träumt so viel, so groß und so unrealistisch, wie ihr wollt und lasst euch davon im faden Alltag ein Lächeln auf die Lippen zaubern. Vielleicht haben wir ja Glück und wir dürfen unsere Träume auch irgendwann leben. Aber bis dahin ist es, zumindest bei mir, noch ein weiter Weg.

Eure Julie,

Die mit dem roten Lippenstift

 P.S.: Das ist übrigens mein präferierter Titelsong – weil er nämlich zum Anfang UND zum Ende passt. Nun dürft ihr eurer Fantasie freien Lauf lassen 😉

 

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7 Comments

  1. Ava Reed
    3 Jahren ago

    Danke für diesen wundervollen Beitrag <3

    Reply
    1. diemitdemrotenlippenstift
      3 Jahren ago

      Ich danke dir, liebe Ava 🙂

      Reply
  2. wortgeflumselkritzelkram
    3 Jahren ago

    Auf deinen Film wäre ich sehr neugierig. Das Lied ist ja schon mal gut ?

    Reply
    1. diemitdemrotenlippenstift
      3 Jahren ago

      Ich mag das Lied auch sehr und mochte es auf Anhieb, als ich es das erste Mal gehört habe 🙂
      Wenn Interesse besteht, poste ich das nächste Mal gerne den Klappentext zu meinem zukünftigen Buch 🙂

      Reply
      1. wortgeflumselkritzelkram
        3 Jahren ago

        Auf jeden Fall. … Ich wollte mal ein bestimmtes Buch verfilmen. Ich hatte schon die passende Musik (von Jethro Tull) zu den einzelnen Szenen ausgesucht und Schauspieler und alles. Jetzt lebe ich zumindest einen Teil eines anderen Traums ?

        Reply
        1. diemitdemrotenlippenstift
          3 Jahren ago

          Oh toll, das klingt auch wunderschön ?

          Reply
  3. Hör niemals auf, deine Träume zu verfolgen!
    2 Jahren ago

    […] ich habe meine großen Träume für die vernünftigere Lösung auf Eis gelegt und BWL studiert, anstatt ins Ausland zu gehen, […]

    Reply

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