In Mimimi-Montag

Ich hasse widersprüchliche Signale!

Guten Morgen, meine Lieben! Viele von euch haben schon, komplett richtig, festgestellt, dass der Mimimi-Montag letzte Woche ausgefallen ist. Es ist viel passiert. Ich hatte ein super Wochenende mit einem lieben Freund (liebe Oma, liebe Mama, lieber Papa, Betonung liegt auf einemFreund, also macht euch bitte keine Hoffnungen!), hatte eine Mordsgaudi mit anderen lieben Freunden und Österreich hat das Juryvoting des Song Contests gewonnen. Bei so viel positiver Energie kann nicht mal ich so richtig angepisst sein. Sorry! Dafür machen wir diese Woche wieder mit neuer Energie weiter. Willkommen zu unserem Hassformat, das wir alle lieben!

 

Schlechte Buchcharaktere

Wovon ein Buch lebt? Viele sagen, es sei eine fesselnde Handlung. Ich behaupte, ein Buch lebt durch seine Charaktere. Die langweiligste Handlung wird zur genialsten Geschichte, wenn die Charaktere überzeugen. Umgekehrt kann man die beste Handlung mit schlechten Charakteren vermiesen.

Ich habe mir letztens die Hardwired-Reihe gegönnt, da es die Bücher so stark vergünstigt gab. Die ersten beiden Bücher mochte ich noch ganz gerne. Und dann verwandelt sich die eigentlich starke weibliche Hauptperson in so ein unterwürfiges Mädchen, das die Kontrolle über ihre Firma und ihr Leben komplett an ihren Kerl abgibt und damit über 100 Jahre Frauenbewegung mit einem Schlag in den Sand setzt. Danke auch.

Wenn ihr darüber nachdenkt, ein Buch zu schreiben oder es sogar schon tut: Bitte macht nicht denselben Fehler mit euren Protagonisten! Ich wollte die Alte im dritten Band nur noch schütteln und das Buch anzünden.

 

Menschen, die stolz auf Dinge sind, zu denen sie nichts beigetragen haben

Es gibt einige unnötige Dinge auf diesem Planeten. Ganz weit oben auf dieser Liste neben der „Organisation“ der Uni Wien und Crocs steht falscher Stolz. Manche Menschen brüsten sich mit Dingen, für die sie nichts können, als hätten sie ein Mittel gegen Krebs entdeckt.

„I bin Tiroler mit Leib und Seele und stolz drauf, hahaha, kcccccccchhhhh.“

Ganz ehrlich, Romed? Erst mal kannst du deine Herkunft ohnehin schon nicht verleugnen, sobald du dich einmal vorgestellt hast, denn Menschen, die nicht aus Tirol kommen, heißen nicht Romed. Zweitens – worauf genau bist du jetzt stolz? Bist du stolz drauf, dass deine Mutter, die zufälligerweise in Innsbruck geboren und aufgewachsen ist, beschlossen hat, sich von einem Pitztaler schwängern zu lassen und dich dann im Heiligen Land Tirol zur Welt zu bringen? Interessant. Erzähl mir doch bitte mal, was genau dein Anteil an dieser Geschichte war! Ach, richtig. Er ist nicht vorhanden. Also lieber Romed, wenn du auf deinen Masterabschluss oder deinen Dokumentarfilm über die Entwicklung der Gruppentänze stolz sein willst, gerne. Aber Nationalstolz ist einfach sinnlos.

Das Ganze lässt sich aber auch problemlos auf andere Lebensbereiche ummünzen. Zum Beispiel auf eine liebe Freundin, die mir sehr gerne stolz unter die Nase reibt, dass sie größere Brüste hat als ich. Ja, Marina, ich seh’s, und egal, wie oft du diese Tatsache betonst, es ändert nichts daran, dass du dazu nichts beigetragen hast. Und jetzt lass mich in Ruhe, ich gehe jetzt schlafen – und lege mich auf den Bauch, was ich dank meines winzigen B-Körbchens problemlos kann. Möge dich der Neid fressen.

 

Menschen, bei denen man nicht weiß, woran man ist

Ich mag direkte Menschen. Der Grat zwischen direkt und beleidigend ist zwar äußerst schmal, aber dennoch sind mir Menschen, die mir geradeheraus sagen, was sie denken, deutlich lieber als die, die mich im Unklaren lassen und mir widersprüchliche Signale senden.

Vor ein paar Monaten hatte ich einen sehr schönen Fall, der mich länger beschäftigt hat, als mir im Nachhinein gutgetan hätte. Ich kenne da einen Kerl, nennen wir ihn Kevin. Einfach, weil es so schön zu seinem Charakter passt. Kevin und ich kennen uns schon eine Weile und hatten schon lange vor, mal etwas gemeinsam trinken zu gehen. Nachdem sich unsere geplanten Treffen immer wieder verschoben hatten, war es eines kalten Abends endlich soweit und wir betranken uns gemeinsam mit Tequila Sunrise. Es kam, wie es kommen musste, irgendwann lagen seine Lippen auf meinen. Und das nicht nur einmal. Der Abend ging unschuldig zu Ende und ich hörte – nichts mehr von ihm.

Nachdem ein Telefon in zwei Richtungen funktioniert, fasste ich mir ein Herz und meldete mich, bekam aber nur wenig aufschlussreiche Antworten. Zwei Wochen später fragte er mich aus heiterem Himmel, ob ich ihn zur Hochzeit seiner Schwester (!!!) begleiten würde. Lehnte ich natürlich ab, da wir uns so nah nun auch nicht standen – und wurde wieder geghostet und alle weiteren Kontaktaufnahmeversuche meinerseits wurden entweder ignoriert oder nur sehr knapp kommentiert.

Danke, lieber Kevin. Du hast es geschafft, dass ich tatsächlich über dich nachgedacht habe, und hast damit erfolgreich meine Zeit verschwendet. Das nächste Mal sag bitte einfach so etwas wie „Hey, du küsst wie ein toter Fisch und hast ein etwas zu positives Verhältnis zu Knoblauch, aber für die Hochzeit meiner Schwester wärst du gerade ansehnlich genug“. Dann ist mein Ego kurz gekränkt, aber wir wissen beide, woran wir beieinander sind und können uns auf die wichtigeren Dinge des Lebens konzentrieren – zum Beispiel auf ein Gläschen Wein oder eine Folge Bachelor in Paradise (Ja, ich lebe für Trash-TV!).

 

Ein weiterer Montag ist angebrochen – und diesmal ist es dank des Feiertags sogar ein sehr positiver. Wenn ich nur nicht vergessen hätte, einkaufen zu gehen. Nun überlege ich, ob ich heute einen Fastentag einlege, Nudeln ohne Sauce esse oder mich zum ersten Mal in meinem Leben todesmutig ins kriegsähnliche Getümmel im Billa am Praterstern werfe. Hmm. Wenn ihr nächste Woche nichts von mir hört, habe ich mich für letzteres entschieden und die Mission nicht überlebt.

 

Eure Julie,

Die mit dem roten Lippenstift

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