In Mimimi-Montag

Wir sind nicht befreundet, Nadine

Merkt ihr es auch, wie wir ALLE so wunderbar zusammenhalten und nach wie vor einen Babyelefanten als Maßstab für den perfekten Abstand in jeglichen Lebenssituationen heranziehen? Oder denkt ihr euch nur: Fickt euch alle mit dieser Scheiße!? Wenn ihr euch mehr mit Punkt 2 identifiziert, dann sage ich nur: Willkommen im Club. Und willkommen zu unserem Hassformat, das wir alle lieben.

 

Verschwörungstheoretiker

Was am Anfang der Quarantäne die #staythefuckhome-Wichser waren, sind jetzt zu einem nicht ganz unerheblichen Teil die Leute, die unsere Demokratie in Frage stellen und jeden Tag eine neue Verschwörungstheorie auf ihren liebsten Social-Media-Kanälen verbreiten und sogar schon von Diktatur sprechen.

Leute, chillt mal. Uns allen geht die aktuelle Situation auf den Arsch. Ich glaube, es gibt niemanden, der laut „Boah geil, endlich wieder die Schutzmaske aufsetzen und meinen eigenen Mundgeruch riechen!“ jubelt, bevor er zum Billa geht. Aber deshalb die Demokratie anzuzweifeln, ist schon ziemlich weit hergeholt. Wenn ihr tatsächlich in einer Diktatur wärt und derartiges posten würdet, würde man euch wahrscheinlich dafür den Kopf abhaken. Just saying.

 

Plötzlich ist jeder Virologe

Ebenso sehr wie oben genannte Verschwörungstheoretiker regen mich die Hobby-Virologen auf, denen man momentan an jeder Straßenecke begegnet. Plötzlich glaubt jeder, alles über die momentane Situation zu wissen und die Lage einschätzen zu können.

„Nein, also die Maskenpflicht bringt ja wirklich gar nichts, ich weiß das, ich kenn da wen, der war mal im Krankenhaus und …“

Helga, du hast einen Hauptschulabschluss und arbeitest bei Fressnapf, es gibt für dich echt keinen Grund, die Fresse so weit aufzureißen!

 

Menschen, die sich wegen jeder Scheiße treffen wollen

Wenn die Corona-Krise ein Gutes hatte, dann, dass man draufgekommen ist, dass viele Meetings auch einfach E-Mails oder Anrufe sein könnten. Leider ist das bei vielen Leuten (vor allem Ü50ern, no offense) noch immer nicht angekommen und sie wollen sich nach wie vor treffen, um ganz normale Dinge zu besprechen, die man um nichts schlechter am Telefon bereden könnte. Und dann muss man natürlich wieder irgendwo an den Arsch der Welt fahren, weil der gute Herbert sich ja nur bei sich zuhause treffen kann. Na ge leck.

Leute, solang es keine Verbindungsprobleme gibt, kann man alles (ich wiederhole: ALLES) besprechen, ohne sich persönlich zu sehen. Es gibt also echt keinen Grund, alles so kompliziert zu machen. Es sei denn, ihr seid meine Freunde und wir wollen uns wirklich sehen. Dann ist das natürlich was anderes.

 

Menschen, die in der Öffentlichkeit in voller Lautstärke Musik hören

Die Menschen gehen wieder vor die Türe. Und da sind, wie man auf gut Wienerisch sagen würde, a paar Hurenkinder dabei. Und die klassischen Hurenkinder erkennt man daran, dass die wunderbare Erfindung des Kopfhörers scheinbar komplett an ihnen vorbeigegangen ist, weshalb sie mit dem Ghettoblaster oder zumindest einer scheißlauten Boombox herumlaufen und alle mit ihrer verfickten Scheißmusik belästigen. Zweites Erkennungszeichen ist übrigens, dass sie niemals gute Musik hören.

 

Distanzlose Menschen in sozialen Netzwerken

Ich mag Instagram. Sehr sogar. Über die Plattform sind bei mir schon einige supertolle Freundschaften und Kooperationen entstanden, die ich nicht mehr missen möchte. Aber was ich an Instagram echt nicht packe, ist, dass fremde Menschen denken, dass man befreundet sei, nur weil man ein paar Mal über diese Kanäle hin und her geschrieben hat.

Die einem jeden Tag die eigene Lebensgeschichte aufzwingen, obwohl ich nicht nachgefragt habe. Oder die Menschen, die immer weiter schreiben, obwohl ich eh schon kaum antworte oder nur ein Bizeps-Emoji zurückschicke (in den meisten Fällen meine Standard-Antwort, wenn ich das Gespräch beenden möchte. Nur zur Info). Und die mich viel zu private Dinge fragen, weil sie denken, sie hätten das Recht dazu, alles über mich zu wissen, weil wir uns über Instagram kennen.

Es klingt jetzt gemein, das so zu schreiben, aber: Wir sind keine Freunde, nur weil wir hin und wieder Kontakt auf Instagram haben. Ich muss niemandem etwas erzählen, das ich nicht erzählen möchte und ich möchte mir keine fremden Lebensgeschichten anhören. Sorry, Nadine.

Zu diesem Thema hat Denise übrigens einen sehr guten Beitrag geschrieben.

 

So, und mit diesen Worten verabschiede ich mich wieder bis auf ungewisse Zeit. Ich plane, bald zurückzukommen und keine allzu lange Pause mehr zu machen. Aber wie wir alle wissen, kann man momentan nur sehr schlecht planen. Also könnte es auch sein, dass es erst in einem Monat zum nächsten Mimimi-Montag kommt. Auch schön.

 

Photo by Eric Nopanen on Unsplash

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