In Mimimi-Montag

Neues Jahr, neues Ich! Der erste Mimimi-Montag 2018

Ein neues Jahr hat begonnen und es ist, als wäre 2017 gerade erst gestern gewesen – Ha. Ha. Ha. Bitte an dieser Stelle einmal das charakteristische Grillenzirpen vorstellen. Da heute Mimimi-Montag ist, muss ich den Tag auch mit etwas anstimmen, das ich hasse: blöde Flachwitze über den Jahreswechsel. Denn auch, wenn ein neues Jahr immer wieder etwas Schönes sein kann, ist der erste Jänner doch vor allem eines: ein Tag wie jeder andere auch. Willkommen zum ersten Mimimi-Montag im neuen Jahr!

Der 1000. Jahresrückblick auf Instagram/Facebook/Blogs

Jedes Jahr am 31. Dezember oder auch erst zu Neujahr fühlt sich so ziemlich jeder Blogger und jeder, der es noch gerne werden möchte, dazu berufen, andere an seinem Jahresrückblick teilhaben zu lassen. Eigentlich eine ganz süße Idee – wenn es nicht wirklich jeder täte. Die Instagram-Timeline ist voll mit Beiträgen, die das Jahr Revue passieren lassen, und in neun von zehn davon taucht der Satz: „Es war ein Jahr mit Höhen und Tiefen“ auf. Ja, no na ned.

Hat schon jemals irgendwer ein Jahr erlebt, in dem es nur Hochs oder nur Tiefs gab? Ich denke nicht. Außerdem interessiert’s doch echt kaum jemanden, dass Anna jetzt endlich einen neuen Freund hat, Kevin 1,4 Kilo abgenommen und Franziska genau 285 Mal Pancakes gegessen hat. Ja, cool, freut mich sehr für euch. Aber nach dem zehnten Beitrag in dieser Richtung weiß man auch nicht mehr, wer von euch nun frisch verliebt und wer die Pancake-Tante ist. Nichts für ungut.

Menschen, die beim Filmschauen ständig quatschen

Kennt ihr diese Situation? Ihr sitzt vor dem Fernseher und guckt König der Löwen – um mal ein Beispiel zu nennen, das jeder kennen dürfte, weil dieser Film ein absolut sensationeller Klassiker der Filmgeschichte ist. Und dann kommt ihr zu diesem unfassbar emotionalen Moment, in dem Mufasa von Scar in die Schlucht gestürzt wird und Simba seinen toten Papa entdeckt.

Jedenfalls starrt ihr gebannt auf den Bildschirm, die Augen brennen schon, weil sich das eine oder andere Tränchen anbahnt und in dem Moment, als Simba sich an Mufasa kuschelt, schreit plötzlich jemand: „OH MEIN GOTT, das ist so traurig! Diese Szene macht mich immer wieder fertig! Und dann kommt auch noch Scar und redet ihm ein, dass er schuld ist – ups, ich hoffe, das wusstest du noch nicht, sonst hätte ich dich gespoilert und das mache ich eigentlich nicht. Wobei das bei König der Löwen noch nicht so schlimm ist wie bei Game of Thrones, da wäre das unverzeihlich. ACHTUNG! Jetzt kommt eine ganz wichtige Szene!“ Und so geht das weiter, bis der Film endlich vorbei ist.

Es ist schwer, zu beschreiben, was mir in solchen Momenten durch den Kopf geht, weil es situationsabhängig ist. Wenn ich selbst bei dieser Person eingeladen bin, suche ich nach dem schnellsten Fluchtweg und überlege mir, welche Tante gerade gestorben sein könnte, um eine Ausrede zu haben. Wenn ich den Fehler gemacht habe, eine solche Person zu mir einzuladen, suche ich das nächste Fenster, aus dem ich sie werfen kann, und ein gutes Alibi. Oder einfach eine Flasche Wein, die das Gelaber der Deppaten neben mir erträglicher macht. Falls ihr jemals in die Situation kommt, mit mir einen Film anzuschauen, quatscht mir bitte nicht ständig rein, wenn euch etwas an der Freundschaft liegt. Wenn ich gern einen Kommentator hätte, schaue ich mir ein Fußballspiel an.

Neues Jahr, neues Ich!

Ja, Silvester ist die Zeit, in der wir uns Dinge fürs neue Jahr vornehmen. Während einige davon sehr sinnvoll sind – wie beispielsweise mit dem Rauchen aufhören oder beim Filmschauen endlich mal öfter die Fresse halten – übertreiben es viele auch einfach damit und möchten sich zum Jahreswechsel komplett neu erfinden. Spricht ja auch an sich nix dagegen. Kann ja jeder handhaben wie er möchte.

Aber wir alle kennen diese eine Person, die jedes Jahr aufs Neue verkündet: „Dieses Jahr wird es eine komplett neue Babsi geben! Ich werde meine Persönlichkeit von Grund auf umkrempeln. New year, new me – cheers, Babes!“ Und dann geht Babsi zum Friseur, lässt sich die Haare eine halbe Nuance dunkler tönen, um ihre innerliche Veränderung auch äußerlich zu unterstreichen und dann nach zwei Wochen wieder komplett back to the roots zu sein. Mit ihrer alten Frisur, ihrer alten verpeilten Art und ihrem alten Alkoholproblem. Prost, Babsi!

Stinkende Ausdünstungen

Wenn ich mich selbst charakterisieren müsste, wäre eine der ersten Eigenschaften, welche mir zu meiner Person einfallen würde, meine Geruchsempfindlichkeit. Ich reagiere unglaublich auf Gerüche, seien es nun angenehme oder – wie leider in den meisten Fällen – weniger schöne. Und auf letztere will ich in diesem Punkt eingehen, denn gerade letztens hatte ich mal wieder ein Erlebnis, das mich im wahrsten Sinne des Wortes fast umgehauen hätte.

Ich stand in meiner geliebten U1, um zum Hauptbahnhof zu fahren. Und wie jeder weiß, der schon einmal mit der U-Bahn gefahren ist, verträgt sich die mit Geruchsempfindlichkeit nicht immer allzu gut. Ich liebe den allgemeinen Geruch in U-Bahn-Höfen (abgesehen vom Stephansplatz, da stinkt’s einfach widerlich), aber wie immer sind es die Menschen, die alles Schöne zerstören müssen. Vor allem, wenn sie sich an den oberen Haltegriffen festhalten müssen und scheinbar seit Wochen kein Deo verwendet haben.

Sobald es eine Partei gibt, die sich für verpflichtende Hygienekontrollen im öffentlichen Nah- und Fernverkehr einsetzt, sagt es mir bitte, meine Stimme haben sie, denn ich empfinde derartigen Schweißgeruch, der einem die Nasenhaare wegätzt, nicht nur als eklig, sondern als regelrechte Belästigung. Wenn jemand die U-Bahn so vollstinkt, dass man nicht mehr atmen kann, sollte es erlaubt sein, demjenigen ungefragt Aluminiumsalze unter die Achseln zu ballern. Wir leben in einem Zeitalter, in dem so ziemlich jeder Zugang zu fließendem Wasser hat und sich einen Deoroller um einen Euro leisten können sollte. Und wenn das Deo schon nicht drin ist, sollte man zumindest die Freundlichkeit besitzen, die Arme unten zu lassen.

Hach, tat das gut, sich mal wieder über die Menschheit und ihre verrückten Eigenschaften auszulassen. Weil das heute so gut tat, ist der Mimimi-Montag deshalb in manchen Punkten ein wenig ausgeartet. Aber man soll das neue Jahr schließlich mit seiner Lieblingsbeschäftigung beginnen, nicht wahr? In diesem Sinne – frohes neues Jahr 2018 euch allen! Möge es euch schöne Momente und viele erträgliche Montage bringen!

Eure Julie,

Die mit dem roten Lippenstift

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5 Comments

  1. Jens
    12 Monaten ago

    Ich habe dann mal ganz ausdrücklich und vordergründig wegen der mit Jahresrückblicken verseuchten Bloggosphäre auf eben solchen verzichtet… interessiert zwar keinen… aber ich kann es ja mal irgendwo hingeschrieben haben…

    Reply
    1. Julie
      11 Monaten ago

      Sehr löblich!

      Reply
  2. Vroni
    12 Monaten ago

    Liebe Julie,
    Ich wünsche dir ebenfalls ein frohes neues Jahr 2018 und viel Erfolg bei der Umsetzung deiner bestimmt formidablen Vorsätze für die heurigen 12 Monate! 😉
    Deinen Beitrag finde ich erneut absolut großartig, danke dafür und für deinen feinen Humor. 😀
    Ich glaube, den anstehenden Jahresrückblick auf meinem Blog schenk‘ ich mir heuer. Will ja nicht in deinem nächsten Mimimi-Montag mit der Überschrift „Vronis, die nach meinem letzten Beitrag dennoch einen laschen Jahresrückblick mit Höhen und Tiefen gewagt haben“ erwähnt werden. 😛
    Alles Liebe,
    Vroni <3

    Reply
    1. Julie
      11 Monaten ago

      Danke liebe Vroni <3
      Haha, wenn du gerne einen Rückblick machen würdest, dann lass dich bitte nicht von mir davon abhalten! Wo kämen wir denn da hin, wenn ich plötzlich diktieren würde, was andere posten 😉
      Alles Liebe,
      Julie

      Reply
  3. makati
    11 Monaten ago

    „Ja, no na ned.“ <3
    Ich liebe diesen Satz, ich kann gar nicht zählen, wie oft ich ihn verwende. 😀 Danke, dass du ihn auch verwendest! 😉

    Reply

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