In Mimimi-Montag

Boah, ich bin sooooo busy!

Einen wunderschönen guten Morgen! Na, heute schon jemandem den Mittelfinger gezeigt? Ich wette, einige von euch würden mir ihren gerne mit Karacho in die Fresse knallen, wenn sie wüssten, dass ich noch selig schlummernd im Bett liege, während dieser Beitrag gepostet wird. Hach, was bin ich nicht wieder für ein Arsch. Da ich mich aber über mich selbst nicht aufregen kann – das würde zu viele Seiten füllen – muss ich wohl oder übel zur Tagesordnung übergehen. Willkommen zu dem Hassformat, das wir alle lieben – willkommen zu einem neuen Mimimi-Montag!

Laut telefonierende Menschen

Es ist Mittwoch, es ist kurz vor acht Uhr und ich stehe in der U2. Ich stehe, weil sie arschvoll ist, da ich sie natürlich zur Rush-Hour erwische. Glücklicherweise ist es zumindest ruhig, da es noch so früh ist, dass die meisten Menschen nur physisch, aber nicht mental anwesend sind. Eigentlich eine ganz angenehme Stimmung. Würde da nicht plötzlich ein lautes: „Oh mein Gott, ich bin so aufgeregt, ich habe gleich eine Präsentation und habe nur ungefähr zwei Minuten geschlafen!“, durch den gesamten Waggon schallen. Ein kollektives Augenrollen geht durch den Waggon, da wir auch alle nicht länger geschlafen haben und gerne unsere Ruhe hätten – was jeder mitbekommt, bis auf die Deppate, die in einer Lautstärke von 130 Dezibel telefoniert und damit sogar den schlafenden Betrunkenen weckt, der am Praterstern eingestiegen ist.

Dass sie vom ganzen Waggon gehasst wird, bekommt die Gute natürlich nicht mit und plaudert munter weiter: „Und dann habe ich heute auch noch so einen Kack geträumt, das kannst du dir gar nicht vorstellen. Du kennst doch noch den Axel aus der Hauptschule, oder? Der immer so nach Zwiebeln gerochen hat. Stell dir vor, ich habe geträumt, dass ich den HEIRATE! Boah, es schüttelt mich schon, wenn ich nur dran denke!“

Ja, wir würden dich alle auch am liebsten schütteln. Wenn du schon in der U-Bahn telefonieren musst, mach es bitte zumindest leise! Warum zur Hölle hat man in der U-Bahn überhaupt Handyempfang? Absolut nervig diese neuen Technologien.

Super busy Menschen

Laut einem Artikel in der Miss ist „Stress“ das Wort, das die meisten Freundschaften zerstört. Sehr seriöse Quelle, ich weiß, aber ich glaube, da könnte tatsächlich etwas dran sein. Mich persönlich macht nämlich kaum etwas aggressiver, als wenn mich jemand die ganze Zeit darüber zutextet, so unglaublich im Stress zu sein.

„Boah, ne, ich kann diese Woche nicht mit dir Kaffeetrinken gehen und wahrscheinlich in den nächsten vier bis fünf Wochen auch nicht, ich bin nämlich sooooo busy, ich sag’s dir! Hab am Freitag eine Präsentation, für die ich noch ein Exposé schreiben und ein Kalb opfern muss und dann muss ich auch noch nächste Woche für eine Prüfung lernen und das alles neben fünf Stunden Arbeit in der Woche – puh! Kannst du dir das überhaupt vorstellen?“

Ja, liebe Meike, das kann ich mir ungefähr vorstellen, denn soll ich dir was verraten? Auch ich habe Prüfungen zu schreiben und arbeite auch mehr Stunden wöchentlich als du. Und beschwere ich mich dauernd darüber oder habe ich einen rosa Kalender mit der Aufschrift „I am very busy!“, den ich bei jeder Gelegenheit auf den Tisch knalle, um meine Thesen zu unterstreichen? Ich denke nicht. Gut, vielleicht hat man mal mehr zu tun. Aber dann könnte es nicht schaden, die To-Do-Liste abzuarbeiten, anstatt sich ständig über sie zu beschweren.

Dauernde Pleitegeier

Fast genauso schlimm wie die Menschen, die angeblich in einem Zustand des Dauerstress gefangen sind, finde ich die, die offenbar nie genug Geld haben. Nein, ich bin keiner dieser Menschen, die ein „Stop being poor“ T-Shirt von Paris Hilton tragen würden, aber ich sehe manche Dinge einfach nicht ein. Dazu gehört zum Beispiel dieser eine Mensch im Freundeskreis, der sich eigentlich nur durchschnorrt und dann allen seine Leidensgeschichte erzählt. Dieser Mensch veranstaltet Partys, zu denen alle ihre eigenen Getränke mitnehmen müssen oder händigt anschließend zumindest ein Sparschwein aus, um nach Spenden zu betteln. Zu Partys von anderen erscheint er dafür nur, wenn der Gastgeber alles zahlt.

„Weißt du, bei mir ist grad alles ein bisschen knapp. Ich hab noch genau 2,30€ auf dem Konto“, sagt er dann mit leidendem Blick, während er sich die fünfte Zigarette in dieser Stunde anzündet, für die das Geld immer irgendwie reicht, bevor er einen vorwurfsvollen Blick auf dich wirft und sagt: „Ich habe ja keine Eltern, die mir alles finanzieren.“

Ja, Marcel, es mag sein, dass ich sehr liebe Eltern habe, die mich finanziell unterstützen und es tut mir leid, dass du diesbezüglich offenbar weniger Glück hast. Aber wenn du nicht drei Schachteln Zigaretten täglich rauchen und jeden zweiten Tag saufen gehen würdest, könnte deine finanzielle Situation auch anders aussehen. Und gesünder wäre es auch. Nur als kleiner Denkanstoß.

Homophobe Menschen

Zu den Dingen, auf die man absolut verzichten könnte, weil die Welt sie nicht braucht, gehören homophobe Arschlöcher. Diese Menschen posaunen stolz und mit geschwellter Brust in die Welt, dass Homosexualität etwas absolut Unnatürliches sei und am besten verboten gehört. Ganz extreme Exemplare berufen sich noch auf die Bibel oder sagen, man solle doch mal an die armen, armen Kinder denken. Ja, genau, Johannes. Du hast vollkommen Recht. Wusstest du zum Beispiel, dass jeder zehnte männliche Hamster schwul ist? Das sollte man denen auch unbedingt verbieten, was sollen denn die Hamsterbabys denken? Und die Bibel ist doch das Buch, in dem dieser Typ über Wasser läuft, oder?

Ich finde Homophobie einfach so unnötig. Ich meine, was interessiert es einen Johannes aus Floridsdorf, ob sich in der Josefstadt gerade Paul und Max ineinander verlieben? Das sind doch Dinge, die niemandem wehtun. Es schränkt niemanden in seiner eigenen Lebensqualität ein, wenn ein Lesbenpärchen nebenan wohnt und es wird auch nicht plötzlich Frösche regnen, wenn Paul und Max aus der Josefstadt heiraten dürfen. Leute, seid doch bitte nicht solche Arschlöcher!

Merkt man, dass sich mal wieder ein paar Aggressionen in meinem Inneren angestaut haben? Manche Menschen würden behaupten, es könnte daran liegen, dass ich seit Monaten keinen Sport gemacht habe und mir deshalb der Ausgleich fehlt. Ich würde dagegenhalten und beharre auf meiner Meinung, dass die Tatsache, dass es bis zur Wassermelonensaison noch ein paar Monate dauert, daran schuld ist. So oder so, es war mir wie immer ein Volksfest mit euch und ich hoffe, ihr hattet auch wieder einen schönen Start in den Montag!

Eure Julie,

Die mit dem roten Lippenstift

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Posted on 16. April 2018

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4 Comments

  1. Nicci Trallafitti
    6 Monaten ago

    Liebe Julie,
    diese ich-bin-busy Menschen gehen mir auch richtig auf den Keks.
    Ich hab da so n paar Exemplare im Freundeskreis dir mir ständig die Ohren voll jammern wie stressig das Leben doch sei, dank Arbeit, Bachelorarbeit (wenn ich dieses scheiss Wort noch EIN MAL höre) und Co.
    Ich weiß, es ist ein Schock aber – auch andere haben derartige Situationen bewältigt.
    Meiner Meinung nach findet man immer ein bisschen Zeit füreinander, für mich hat das einfach was mit Prioritätensetzung zu tun, denn auch ich bediene mich der Wortwahl „ouh, super viel um die Ohren, in 4 Wochen hab ich sicherlich Zeit“, aber auch nur dann, wenn ich einfach keinen Nerv auf die Leute habe (momentan). Klar, man könnte einfach sagen dass man keinen Bock hat aber dann hat man wiederum ein anderes Problem weil es Menschen gibt die damit null umgehen können.

    Bei der Homophobie Sache kann ich dir nur zustimmen.
    Ist doch wohl kack egal wer sich in wen verliebt, wer mit wem schläft, was weiß ich, so lange es einvernehmlich stattfindet und niemandem schaden. Gott, es gibt echt kaum etwas, was mir weniger egal ist als ob jemand hetero, homo, pan, a, oder sonst was ist.
    Menschen ey!!!

    Liebe Grüße,
    Nicci

    Reply
    1. Julie
      5 Monaten ago

      Ich sehe das genauso wie du. Für mich ist das auch eine Frage der Prioritätensetzung. Wenn es mir wichtig ist, mit jemandem Zeit zu verbringen, kann ich am nächsten Tag drei Prüfungen schreiben und treff mich trotzdem mit demjenigen. Aber das gute alte “Ich hab keine Zeit“ geht einem halt leichter von den Lippen als einfach zu sagen, dass es gerade nicht so wichtig ist.

      Und DANKE! Da stimme ich voll zu. Damit schadet man doch niemandem. Also wirklich, Menschen können so scheiße sein!

      Alles Liebe,
      Julie

      Reply
      1. Nicci Trallafitti
        5 Monaten ago

        Genau das ist es!
        Und dadurch, dass ich das selber so handhabe weiß ich halt auch direkt, wem das scheinbar alles nicht so wichtig ist. Ist ja auch nicht schlimm. Jeder, wie er mag.

        Jau, das können Menschen wirklich. Ich würde meine Zeit am liebsten nur noch mit Tieren verbringen. ? (ok und ein paar ausgewählten Menschen)

        Reply
        1. Julie
          5 Monaten ago

          Ich finde ja auch, dass Hunde die besseren Menschen sind 😀

          Reply

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