In Personal

Cozy Sunday / 7 Tage, 7 Stories

Nun ja, wie ihr bereits mitbekommen habt, ist heute das Thema „Cozy Sunday“ an der Reihe. Warum man nicht einfach „gemütlicher Sonntag“ dazu sagen kann? Keine Ahnung, ich vermute, auf Englisch klingt’s einfach mal eine Ecke cooler.

Da ihr jetzt diesen Text lest, den ich in der Nacht von Donnerstag auf Freitag im Halbschlaf getippt habe, könnt ihr euch sicher sein, dass ich mir gerade tatsächlich einen feinen Sonntag mache – ohne Laptop, Handy und Verpflichtungen. Was ich genau tue, weiß ich zu diesem Zeitpunkt selbst noch nicht, da meine Fähigkeiten, in die Zukunft zu sehen, doch noch nicht so weit ausgeprägt sind und ich so planungsresistent bin, dass ich mir natürlich noch keinen genauen Tagesablauf festgelegt habe. Muss man aber auch nicht, Sonntage sind schließlich die Tage des Herren, „am siebten Tage sollst du ruhen“ sprach er und so soll es auch für das Mädel sein, das, sobald es endgültig aus der katholischen Mädchenschule raus war, zum Stadtmagistrat gelaufen und aus der Kirche ausgetreten ist. Hach, schön war dieser Moment, an den werde ich mich noch lange erinnern. Aber ich schweife ab. 

Was ich jedenfalls jetzt schon über diesen Sonntag sagen kann, ist, dass ich ihn bereits in meiner neuen Wohnung in Wien verbringen werde. Mit hoher Wahrscheinlichkeit werde ich mir eine liebe Person, die zufällig zur selben Zeit vor Ort ist, geschnappt haben und mit ihr gemeinsam versuchen, mir den Herbst mit einem guten Spritzer schön zu trinken. Nun, das werde ich mit ziemlicher Sicherheit tun. Die Frage ist nur, ob es ein Aperol Sprizz, ein Hugo oder ein Lillet sein wird – oder ganz was anderes. Vielleicht bleibe ich auch beim klassischen weißen Spritzer. In dieser Hinsicht ist noch alles offen.

Für alle Deutschen, die nun aufgrund meiner Wortwahl verwirrt sind: In Österreich trinkt man alles gespritzt. „G’spritzt“ ist die wichtigste Vokabel für euren Österreich-Trip! Ganz im Ernst. Wer hier eine Weinschorle bestellt, hat sich sofort als Ausländer und Sprachanpassungsverweigerer (was für ein Wort!) geoutet und sich damit auch gleich ziemlich unbeliebt gemacht. Bei uns ist das ein Spritzer. G’spritzt bedeutet einfach nur, dass in irgendeiner Art und Weise Soda involviert ist. Es gibt weiße Spritzer, Sommerspritzer, aber auch den guten alten g’spritzten Apfelsaft. So viel zu unserem kleinen Exkurs in die österreichische Sprache.

Fakt ist, ich werde mich bestens integrieren und mich an den lieben Wiener Bürgermeister Michael Häupl anpassen, dessen berühmtestes Zitat „Man bringe den Spritzwein“ ist. Ja, Wien ist anders. Und ich freue mich unglaublich auf diese Andersartigkeit, ich habe sie bitter nötig.

Und da mir zum Thema „Cozy Sunday“ auch nicht mehr einfällt, als dass ich die inflationäre Verwendung von Anglizismen in der deutschen Sprache nicht unbedingt begrüße, möchte ich unsere Schreibchallenge hiermit abschließen. Es hat mir extrem viel Spaß gemacht, an den verschiedenen Kurzgeschichten zu arbeiten und zu sehen, was andere aus den Stichwörtern gemacht haben. Ich hoffe, ihr hattet auch ein wenig Spaß daran! Nächste Woche wird es wieder einen Artikel in gewohnter Manier von mir geben. Die anderen Geschichten werde ich in Ermangelung eines Laptops nachträglich verlinken. Bis dahin – Prost! Auf das Leben und den Spritzwein!

Eure Julie,

Die mit dem roten Lippenstift

Share Tweet Pin It +1

You may also like

Die Farbe Rot / 7 Tage, 7 Stories

Posted on 13. September 2017

Der Buchstabe H / 7 Tage, 7 Stories

Posted on 15. September 2017

Previous PostSonnenuntergang / 7 Tage, 7 Stories
Next PostWien vs. Innsbruck - ein erstes Fazit

No Comments

Sag mir deine Meinung!

%d Bloggern gefällt das: