In Mimimi-Montag

Ist Alex dein Gspusi? / Mimimi-Montag

Hallo meine Lieben, ich hoffe, ihr hattet ein schönes Wochenende! Meines war super, denn ich wurde bei der Weihnachtsfeier und einem Bloggerbrunch kulinarisch bestens verwöhnt. Umso härter war es diesmal, wieder zurück nach Wien zu kommen, mit einer Stunde Verspätung und einer kaputten Lampe im Badezimmer. Aber da man die Elektrik schwer auf unterhaltsame Weise verfluchen kann, sollen die Themen für den heutigen Mimimi-Montag lieber andere werden. Ich freue mich, dass ihr wieder dabei seid!

Fremde, die einem ins Handy glotzen

Ich glaube, jeder kennt diese Situation. Man sitzt im öffentlichen Verkehrsmittel seiner Wahl, vertreibt sich die Langeweile bis zur Ausstiegshaltestelle mit seinem Handy und denkt dabei an nichts Böses – bis man seinen Nebenmann dabei ertappt, wie er einem ungeniert aufs Display glotzt. Wenn man ihn direkt anschaut, dreht er den Kopf schuldbewusst zur Seite. In dem kurzen Moment, in dem sich die Blicke gekreuzt haben, konnte man aber schon erahnen, dass er am liebsten gefragt hätte, ob Alex mein Gspusi oder doch nur ein Kumpel ist und ob Hanna das Problem mit ihrem Genitalherpes inzwischen in den Griff bekommen hat. Tja, lieber Satznachbar. Es ist traurig, aber die Antworten auf diese weltbewegenden Fragen werden dir leider verwehrt bleiben, denn es wird Zeit, dass ich mir endlich eine Sichtschutzfolie zulege.

Schlechte Vortragende auf der Uni

Jeder, der mal studiert hat, oder es immer noch tut, kennt sie: Diese Dozenten, denen man einfach nicht zuhören kann. Letztens hatten wir einen Gastvortrag. Ich war die ganze Zeit physisch anwesend und habe keine Ahnung mehr, was überhaupt das Thema war. Die Vortragende sprach nämlich in einer Lautstärke, die selbst trotz voll aufgedrehtem Mikrofon unhörbar war. Dann waren ihre Sätze ungefähr so aufgebaut: „Äh, ich spreche heute, äh, über, äh, das Thema, äh, politische Diskurse, äh, in Osteuropa“ – jeder, der schon mal jemandem zugehört hat, der so spricht, weiß, dass man ab einer gewissen Zeit nur noch die „Äh“s hört und alles andere ausblendet.

Ich habe mir wirklich Mühe gegeben, ihr noch zuzuhören. Leider waren die Worte, die nicht „Äh“ waren, von einem so starken russischen Akzent geprägt, dass ich einfach nicht mehr zuhören konnte, egal, wie sehr ich es versucht habe. Und das finde ich so schade, denn manche Dozenten machen einen richtig guten Job und viele würden es ihnen gerne gleichtun und bekommen nicht die Chance auf eine Uni-Professur, weil sie von solchen Wannabes ausgebotet werden. Uncool, für alle Seiten.

Das dauernde Wien-Bashing im Rest von Österreich

Wien ist anders. Das stimmt. Deshalb lieben einige diese Stadt – und andere hassen sie. Ich persönlich habe mich fürs Lieben entschieden, sehr zum Leidwesen der in der Heimat gebliebenen. Wer schon mal mit einem Tiroler gesprochen hat, stellt schnell fest: Wien wird hier gehasst. Also so richtig. Es gibt hier sogar Jutebeutel und Pickerl, die mit „Tausche Wien gegen Südtirol“ bedruckt sind. Und wenn jemand doch zugibt, Wien zu mögen, passiert das nur hinter vorgehaltener Hand mit verschwörerischer Stimme. En vogue sind dagegen Sätze wie: „Wie kannst du nur nach Wien gehen? Wer will denn da freiwillig hin? Die Leute auf der Straße ziehen da immer so eine extreme Fresse, das ist ja schrecklich!“ Ja, Peter, dann verrat mir mal, wann dich in Innsbruck das letzte Mal jemand grundlos auf der Straße angelächelt hat! Newsflash, die Innsbrucker sind auch nicht grundlegend besser gelaunt als die Wiener, gschissene Tage gibt’s unabhängig vom Wohnort. In Wien fällt’s dir nur auf, weil hier mehr Leute sind.

Weihnachtsstress

Ich liebe Weihnachten tatsächlich abgöttisch. Aber dieses Jahr komme ich einfach nicht in Stimmung, obwohl ich fast jeden Tag an kitschigen Christkindlmärkten vorbeikomme oder durch die wunderschön beleuchtete Wiener Innenstadt spaziere. Naja, kein Wunder, nächste Woche steht mein Umzug an und ich muss mich um gefühlt tausend Sachen kümmern. Und ich freue mich auch unglaublich auf meine neue Wohnung, aber von Weihnachten bekomme ich momentan ungefähr so viel mit wie von dem Gastvortrag der oben erwähnten russischen „Äh“-Dozentin. Dabei will ich doch einfach nur durch die Innenstadt spazieren, Geschenke für meine Lieben aussuchen und dabei Last Christmas hören. Und gerne auch das eine oder andere Gläschen Glühwein trinken. Ginge das bitte? Das wäre ganz, ganz toll!

Außerdem hasse ich heute die kaputte Lampe im Badezimmer, das Finanzamt, die Organisation gewisser Dinge an der Uni und dass Bill Kaulitz nicht weiß, dass ich existiere, obwohl ich eine 200 Seiten lange Fanfiction über ihn geschrieben habe. Aber das alles kann ich heute schwer unterbringen. Deshalb mache ich nun Schluss. Ihr sollt ja nächste Woche auch noch ein paar Mimimis von mir zu lesen bekommen. Bis dahin, arrivederci!

Eure Julie,

Die mit dem roten Lippenstift

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